Wettbewerbe

26. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt

Sechs Kurzfilme gewinnen beim 26.Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt

Im Rahmen einer vollständig digitalen Veranstaltung, die am Samstag, 28.November 2020 in allen Offenen Kanälen in Sachsen-Anhalt sowie über mehrere Social-Media-Kanäle zu sehen war,  wurden beim Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt bereits zum 26. Mal junge Filmemacherinnen und Filmemacher des Landes ausgezeichnet. Das mehr als sechsstündige Programm, das an mehreren Tagen im Studio des Offenen Kanals Magdeburg vorab aufgezeichnet worden war, umfasste alle Genres: fantasievolle Schülerproduktionen, spannende Spielfilme, anspruchsvolle Dokumentarfilme, Musikvideos mit selbstgemachter Musik, überraschende Experimentalfilme und aufwändige Animationen.

Die Jury vergab insgesamt 3.200 Euro für Filme in den Kategorien „ABC-Teams“, „Newcomer“, „Masterclass“ und – in diesem Jahr erstmalig- in der Sonderkategorie „Europa – hier und jetzt“. Das Preisgeld in Höhe von 800 Euro wurde von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur vergeben.

Kultur- und Europaminister Rainer Robra eröffnete die Preisverleihung mit einem Grußwort. Er zeigte sich beeindruckt von den künstlerischen Leistungen der jungen Filmemacherinnen und Filmemacher und lobte ihr Engagement unter den aktuellen pandemiebedingten Umständen.

„Gestrandet…“, „receuillement“ und „Nicht allein“ gewinnen in der Kategorie der Masterclass
Der erste mit 800 Euro dotierte Preis ging an den 21jährigen Robert Hirschmann aus Langenweddingen für seinen Film „Gestrandet“. Als Silhouettenfilm erzählt der Film eine Geschichte aus dem Ende des 2. Weltkrieges. Ein Zug mit etwa 2000 KZ-Häftlingen aus Bergen Belsen sollte im April 1945 nach Theresienstadt gebracht werden und wurde in Farsleben in der Nähe von Magdeburg von amerikanischen Truppen befreit. Die Jury war beeindruckt von den „starken, atmosphärisch dichten Bildern, die in ihrer Verfremdung durch visuelle Effekte jegliche Anmaßung vermeiden und den Opfern dieses mörderischen Regimes höchsten Respekt zollen. Der hohe technische Anspruch, das Drehbuch, die tolle Regie und Kameraführung und die intensive Arbeit im Rahmen der Postproduktion sind nachhaltig beeindruckend“.  Der Film von Robert Hirschmann hatte im Frühjahr bereits den 2. Preis beim Jugendkulturpreis Sachsen-Anhalt gewonnen.

Zwei weitere mit jeweils 200 Euro dotierte Preise vergab die Jury an das Kammerspiel „Recueillement“ des 26-jährigen Melvin Jäpel „für die gut geschriebenen Charaktere, die inszenatorische Leistung sowie die Schauspielführung.“

Ebenfalls 200 Euro gewann der 26-jährige Salzwedler Alexander Wiese für sein Psychodrama „Nicht allein“. Der 15-minütige Film inszeniert die Paranoia eines jungen Mannes, der sich am Ende seinen Ängsten stellen muss. „Dem Filmemacher gelingt es, das Gefühl des Protagonisten durch gute Kameraarbeit in Verbindung mit stimmigem Sounddesign gekonnt in Szene zu setzen. Vor allem der effiziente Einsatz von Genre-Stilmitteln und die konsequente Studie des Zustands eines einzelnen Charakters machen diesen Film zu einem gelungenen Kurzpsychodrama“ begründet die Jury die Verleihung des Preises.

„Zeitstrafe“ und „Hunger“ gewinnen in der Kategorie „Newcomer“
In der Kategorie „Newcomer“ konnten sich zwei Filme gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Den ersten Platz (500 Euro) belegte „Zeitstrafe“ des 23jährigen Medienstudenten David Brosch. Der 5-minütige Film über einen jungen Mann, der sich rettungslos in einer Zeitschleife verheddert, überzeugte durch eine originelle Idee und eine überaus trickreiche Inszenierung, bei der die Zuschauer immer wieder Überraschungen erleben.

Der mit 300 Euro dotierte zweite Platz ging an das Musikvideo „Hunger“ des 19jährigen Magdeburgers Santo Boese alias Harlekeen, der bereits im Vorjahr den Newcomer-Preis gewonnen hatte. Das Musikvideo thematisiert mit viel schwarzem Humor den Gesunde-Ernährungs-Hype und bietet eine überraschende Lösung. Sehr beeindruckt zeigt sich die Jury von der Corona bedingten Beschränkung auf nur einen Darsteller, der durch Tricktechnik in zahlreiche Rollen schlüpft. „Santo Boese überzeugt nicht nur als Musiker, sondern auch als Regisseur, Darsteller, Kameramann und Cutter in einer Person, der alle Aufgaben souverän meistert.“

„Mein Freiwilligendienst in Europa“ gewinnt den Sonderpreis „Europa hier und jetzt“.

In der erstmalig ausgelobten Sonderkategorie überzeugte der Kurzfilm „Mein Freiwilligendienst in Europa“ die Jury mit seinem ausgezeichneten Gesamtkonzept, seiner klaren Botschaft und hohen filmischen Qualität. Es gelingt dem Filmteam, die Idee des Europäischen Solidaritätskorps mit individuellen Eindrücken ehemaliger Freiwilliger in all ihrer Vielfältigkeit in Ton und Bild einzufangen. „Der Beitrag schafft es in wenigen Minuten in ehrlicher und kreativer Art und Weise ein breites Publikum nicht nur umfassend über viele spannende Fragen rund um den Europäischen Freiwilligendienst zu informieren, er macht auch neugierig und Lust auf mehr!“

Die jungen Preisträgerinnen und Preisträger Aleš Janoušek, Fabian Erban, Hannah Zake, Johannes Erban und Tessa Buchwitz dürfen sich über ein Preisgeld von 800 Euro freuen, das von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur vergeben wird. Sie erarbeiteten ihr filmisches Werk mit Unterstützung der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.

 „Freundschaft über und unter Wasser“ gewinnt in der Kategorie „ABC-Teams“

In der Kategorie der medienpädagogisch begleiteten „ABC-Teams“, wurde der Film „Freundschaft über und unter Wasser“  von Kindern der 3. Klasse der Dom-Grundschule Magdeburg mit 500 Euro dotiert. Der Trickfilm über zwei Fischfreunde, die einen Tag im Aquarium genießen dürfen und dabei viel über Freundschaft lernen, entstand im Rahmen eines von Laura Böllstorf und Viktoria Magnucki geleiteten Videoprojektes des Offenen Kanals Magdeburg. „Es überzeugt durch eine tolle kindlich und doch allgemeinverständlich erzählte Geschichte, die den Zuschauer unmittelbar in die Handlung zieht.“ Auch die selbst gestalteten Kulissen sowie die selbst komponierte und eingesungene Musik überzeugten die Jury. „Ein insgesamt runder und stimmiger Film“ begründet Jörg Kratsch, Sprecher der Jury, die Entscheidung.

In diesem Jahr waren insgesamt 75 Kurzfilme, an denen rund 800 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vor und hinter der Kamera beteiligt waren, zum 26. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt eingereicht worden. Die Filme gewähren einen einzigartigen Einblick in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und zeigen auf vielfältige Art und Weise wie kreativ, mutig und engagiert der Filmnachwuchs im Land ist. Der Jugendvideopreis wurde 1994 von den Offenen Kanälen ins Leben gerufen. Bereits seit 26 Jahren bietet er eine eigene Plattform, um ihre ersten Werke einem großen Publikum zu präsentieren. Unterstützt wird er in diesem Jahr von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur, der Medienanstalt Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung und der Lotto-Toto-GmbH Sachsen-Anhalt

www.jugend-video-preis.de